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Timecodeformate in der Filmtechnik
Sitcode-System


Das Sitcode-System wurde von dem deutschen Dokumentarfilmer Peter Krieg entwickelt und 1982 vorgestellt. Im Gegensatz zu allen anderen Zeitcode-Systemen werden keine zusätzlichen Informationen auf den Filmstreifen belichtet. Daher sind fast alle Filmkameras für den Einsatz mit Sitcode geeignet und müssen hierfür nicht modifiziert werden.

Das Sitcode-System besteht aufnahmeseitig aus einer Kamerauhr, einer Tonuhr und einem Protokolldrucker, der auch als Mutteruhr fungiert.

Zu Beginn eines Drehtages wird die Kamerauhr über ein Kabel mit der Tonuhr (bzw. der Mutteruhr) verbunden und synchronisiert. Während des Drehs registriert die Kamerauhr alle Ein- und Ausschaltzeiten der Kamera und speichert diese als Zahlenwert ab. Maximal können 2000 Ein- und Ausschaltzeiten gespeichert werden. Die Informationen hierüber bezieht die Kamerauhr über den Pilotausgang. Zusätzlich kann auch eine Rollennummer abgespeichert werden. Das Schlagen einer Klappe ist nicht erforderlich. Am Ende eines Drehtages werden die Werte über den Protokolldrucker ausgegeben.

Die Tonuhr zeichnet die Zeitinformation bei laufender Bandmaschine (auch Kassettenrecorder, wie z.B. der Sony Walkman sind hierfür geeignet) auf einer freien Tonspur oder auf der Pilotspur auf.

Zur Nachbearbeitung wird ein Tonlaufwerk des Schneidetischs mit einem einfach zu montierenden Decoder versehen. Es muss nicht in die Mechanik des Schneidetischs eingegriffen werden. Allerdings ist es erforderlich, dass die Arbeitskopie ungeschnitten und unausgemustert zum Tonanlegen zur Verfügung steht. Weiterhin muss das auf dem Tonband befindliche Timecodesignal mit auf das Perfoband überspielt werden.

Beim Tonanlegen wird wie folgt vorgegangen:

Das erste Bild einer Einstellung wird manuell angefahren. Bei einer noch unzerschnittenen Arbeitskopie kann der genaue Kamerastartpunkt anhand der Drehprotokolle rasch ermittelt werden. Der Decoder liest das Timecodesignal vom zugehörigen Perfo und zeigt es in Klarschrift auf einem Display an. Jetzt muss das Perfo, ebenfalls manuell, auf den entsprechenden Start-Timecode gefahren werden - die Synchronität ist hergestellt.

Nachteil des Sitcode-Systems ist, dass die Zuordnung von Bild und Ton nur dann zuverlässig möglich ist, wenn vom Kameranegativ eine Arbeitskopie in voller Länge gezogen wird. Sobald einzelne Szenen vor der Kopierung ausgemustert werden, oder die Reihenfolge der Szenen innerhalb einer Rolle vor dem Tonanlegen verändert wird, ist die exakte Zuordnung nicht mehr gewährleistet.


Tonanlegen: Bei Aufnahmen auf Film werden Bild und Ton üblicherweise auf getrennten Trägermedien aufgezeichnet. Vor dem kreativen Schnitt muss der Ton daher synchron an das Bild "angelegt" werden, d. h. jeder aufgenommenen Szene wird das entsprechende Tonereignis zugeordnet. Als Synchronmarkierung dient die am Szenenanfang geschlagene Klappe: Das Aufeinanderschlagen ist im Bild deutlich zu sehen und auf dem parallellaufenden Tonband ("Perfoband", "Cordband") nicht weniger deutlich zu hören. ZURÜCK


© Stefan Neudeck
www.filmtechnik-online.de 24.12.2001